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Last-Mile

Amazon übernimmt die letzte Meile – dort wo DHL & Co Schwächen haben

Auf dem Weg in die Unabhängigkeit: Amazon stopft die Löcher von DHL, Hermes & Co – und baut so seine Letzte-Meile-Zustellservices sukzessive aus.

Dass Amazon Ambitionen hat eine echte Alternative auf der letzten Meile zu werden, und dies bereits ordentlich umgesetzt bekommt, ist nichts neues.

Letzte Meile wird von Amazon in immer mehr Regionen selbst übernommen
Quelle: Google-Suche zu Amazon letzte Meile Zustellung

Meldungen wie die Zustellung durch Amazon in Nordhessen (Bad Hersfeld, 100 Fahrer, ca. 10.000 Sendungen pro Tag) ermöglichen allerdings eine gute Analyse des Schemas, das hinter Amazons last-mile-Ambitionen steckt:

Amazon übernimmt immer in genau den Regionen die Zustellung, in denen die bisherigen Carrier wie DHL oder Hermes ihre Schwächen haben.

Es geht in der aktuellen Phase also um Löcher stopfen und eine Sicherstellung der Lieferfähigkeit im Sinne von ausreichend Kapazität. Ziel ist das Erreichen von bloßer Zustellung und der damit einhergehenden Kundenzufriedenheit. Es geht noch nicht so sehr darum, flächendeckend und auch auf einem strukturell anderen Level als die „etablierten“ KEP-Dienstleister diese „letzte Meile“ abzubilden. Trotz der momentanen Situation ist das Ziel klar vorgegeben: Amazon führt Tests für die Skalierung dieser Abwicklung durch (vorgepackte Fahrzeuge, vorgeplante Touren, konsolidierte Zustellung etc.) um zukünftig autark zu sein.

Das sagt Amazon zu seinen Ambitionen auf der letzten Meile: 

„Wir investieren in zusätzliche Logistik, damit Pakete schneller und flexibler zum Kunden kommen. Wir gehen in die Regionen, wo die bestehenden Kapazitäten alleine nicht mehr ausreichen.“

Ralf Kleber, Amazon Deutschland Chef, Interview 3/2019

Das muss man wissen: 

Sobald man die Lead-Times der KEP-Dienstleister systematisch auswertet, sieht man je nach PLZ-Gebiet eklatante Unterschiede. Auch sind die in den Verträgen genannten Lead-Times wie E+1 (Einlieferung plus ein Tag) nicht garantiert, sondern stellen lediglich Richtwerte dar. Fazit: in bestimmten Städten kann die für das Kundenerlebnis wichtige Zustellquote im ersten Versuch besonders schlecht sein. In Ballungsgebieten sind attraktive Zusatzservices wie „Same Day“ oder Abendzustellung häufig mit viel zu wenigen Slots am Markt verfügbar. Um den Roll-out der Zustellservices auf die Straße zu bringen, wird sich Amazon auf die PLZ-Gebiete fokussieren, die sich nach ihrer Datenanalyse am besten dafür eignen.